Factoring Vor- und Nachteile – ein Überblick

Factoring Vor- und Nachteile

Factoring hat Vor- und Nachteile und ist nicht für jedes Unternehmen eine sinnvolle Finanzierungsalternative. Damit du einfacher entscheiden kannst, ob Factoring für dein Unternehmen eine gute Ergänzung zur Verbesserung deiner Liquidität ist, geben wir hier einen Überblick zum Factoring.
Es gibt viele verschieden Factoring-Arten gibt, wir erklären die wichtigsten und welche Besonderheiten du hier beachten solltest. Wenn du die wichtigsten Fakten zum Factoring kennst, kannst du künftig besser entscheiden.

Wie funktioniert Factoring?

Beim Factoring reichst du deine Kundenrechnungen (erbrachten Dienstleistungen oder Verkäufe) bei einer Factoring-Gesellschaft (Factor genannt) ein. Der Factor zahlt dir den Rechnungsbetrag sofort auf dein Konto. Dein Vorteil durch das Factoring ist also, dass du nicht auf dein Geld aus der Rechnung bis zur Zahlungsfälligkeit warten musst, sondern eine Vorfinanzierung erhältst. Der Factor berechnet dir dafür Gebühren (in den meisten Fällen Zinsen), du bezahlst also seine Leistungen.

Die wichtigsten Voraussetzungen damit der Factor die Rechnung auszahlt sind:

  • Das Ergebnis der Bonitätsprüfung deines Kunden durch den Factor ist positiv und
  • Dein Unternehmen kann die Richtlinien/Bedingungen als Vertragspartner des Factors erfüllen.

Dein Kunde zahlt diese Rechnung dann je nach vereinbarter Zahlungsfrist später an die Factoring-Gesellschaft und damit ist die Vorfinanzierung abgeschlossen.

Klingt einfach, ist es vom Grundsatz her auch. Doch es gibt einiges zu beachten und abzuwägen. Daher ist Factoring für viele Unternehmen eine Alternative, aber nicht für alle. Um das besser beurteilen zu können und das für dich „richtige“ Factoring zu finden haben wir nachfolgend die häufigsten Fragen beantwortet.

Factoringarten – Diese Begriffe solltest du kennen, wenn du die Vor- und Nachteile beim Factoring erkennen möchtest

Im Factoring wirst du einige Fachbegriffe lesen, die dir vielleicht nicht alle bekannt sind. Bevor du mit einer Factoring-Gesellschaft sprichst, solltest du die Begriffe und deren Bedeutung und auch Unterschiede kennen, damit du weißt über was gesprochen wird. Je mehr du weißt, desto besser verstehst du beim Factoring die Vor- und Nachteile.

Offenes vs. stilles (verdecktes) Verfahren beim Factoring

Beim Factoring kauft der Factor (oder auch Factoring-Gesellschaft genannt) deine Rechnung an. Du trittst damit den Anspruch auf Bezahlung der Rechnung durch deinen Kunden dem Factor ab. Im Gegenzug zahlt er dir den Rechnungsbetrag (ggf. mit Abzügen bzw. in mehreren Teilbeträgen).

Beim offenen Factoring wird dein Kunden (Debitor), der die angekaufte Rechnung später bezahlen soll, über den Ankauf durch die Factoring-Gesellschaft informiert. Die Factoring-Gesellschaft schreibt deinen Kunden an und teilt ihm mit, dass der Anspruch auf den Rechnungsbetrag an die Factoring-Gesellschaft abgetreten wurde und dass das Geld nur an die Factoring-Gesellschaft gezahlt werden darf.

Als Alternative besteht die Möglichkeit, ein stilles Factoring zu vereinbaren. Die Factoring-Gesellschaft hat auch hier durch den Ankauf der Rechnung die Rechte auf Zahlung abgetreten bekommen. Beim stillen Factoring wird dein Kunde nicht über den Verkauf der Forderung informiert. Je nach Art deiner Kundenbeziehung kann sowohl das stille als auch das offene Factoring Vor- und Nachteile bergen.

Wenn du nicht möchtest, dass deine Kunden über das Factoring informiert werden, dann wähle ein stilles Factoring.

Übernahme bzw. Nichtübernahme des Delkredere bzw. Delkredererisikos beim Factoring

Zahlt dein Kunde (der Debitor) seine Rechnung nicht oder nur teilweise, entsteht ein Zahlungsausfall. Dieses Risiko wird als Delkredererisiko (Risiko des Forderungsausfall) bezeichnet. Im nächsten Punkt erfährst du, bei welcher Factoringform sich das Risiko absichern lässt.

Echtes vs. unechtes Factoring

Beim echten Factoring übernimmt die Factoring-Gesellschaft das komplette Ausfallrisiko. Zahlt dein Kunde nicht oder nur einen Teilbetrag, dann übernimmt die Factoring-Gesellschaft den Ausfall bzw. das Delkredererisiko. Das ist vergleichbar mit einer Ausfallversicherung.

Beim unechten Factoring übernimmt die Factoring-Gesellschaft das Ausfallrisiko nicht oder teilweise. Zahlt dein Kunde nicht, dann musst du den vorfinanzierten Rechnungsbetrag an die Factoring-Gesellschaft zurückzahlen. Falls die Factoring-Gesellschaft einen Anteil am Ausfall mitträgt, dann nur einen Teilbetrag. Wie hoch der Teilbetrag ist, hängt von der individuellen Vertragsvereinbarung mit der Factoring-Gesellschaft ab.

Beim echten Factoring übernimmt der Factor das Ausfallrisiko. Die Kosten dafür werden in die Factoringgebühren oder die Zinsen eingepreist. Sofern du das Ausfallrisiko deiner Kundenforderungen bereits über eine Ausfallrisikoversicherung abgesichert hast, könntest du das unechte Factoring nutzen.

Du kannst prüfen, welche Kosten für dein Unternehmen günstiger sind. Die Kosten für eine Versicherung des Forderungsausfalls oder die Gebühren bzw. Kosten der Factoring-Gesellschaft für ein echtes Factoring.

Wir empfehlen im Einzelfall zu prüfen, welche Variante für dein Unternehmen und deine spezielle Kundenstruktur sinnvoller ist. Oftmals lehnen Versicherungen die Absicherungen einzelner Kunden ab. In diesen Fällen kannst du prüfen, ob alternativ eine Absicherung über ein echtes Factoring möglich ist.

Die Factoring-Gesellschaft prüft ebenfalls vor dem Ankauf der Forderung die Bonität deiner Kunden. Manchmal entscheidet sich der Factor dafür die Forderungen anzukaufen, die deine Versicherung abgelehnt hat. Der Grund hierfür ist, dass es verschiedene Entscheidungskriterien und Informationsquellen (Auskunfteien) gibt. Sowohl die Versicherungsgesellschaften als auch die Factoring-Gesellschaften nutzen oftmals verschiedene Quellen.

Je nach Bonität deiner Kunden entscheidest du, ob das echte oder das unechte Factoring Vor- oder Nachteile für dein Unternehmen hat.

Einzelrechnungsfactoring vs. Rahmenvertrag

Beim Einzelrechnungsfactoring entscheidest du bei jeder Rechnung neu, ob du diese zur Vorfinanzierung einer Factoring-Gesellschaft einreichen wirst oder nicht. Diese Form ist sehr flexibel.

Hast du einen Rahmenvertrag ist in der Regel festgelegt, dass du alle Rechnungen einzureichen hast.

Es gibt auch Rahmenverträge, bei denen nur das Rechnungsvolumen festgelegt ist. Dabei musst du nur so viele Rechnungen einreichen, bis das Volumen (je Monat/Quartal oder Jahr) erreicht ist. Darüber hinaus entscheidest du je Einzelfall.

Beim Rahmenvertrag sind in der Regel die Konditionen der Factoring-Gesellschaft besser, dafür aber die Flexibilität geringer.

Ob diese Vertragsvarianten des Factoring Vor- oder Nachteile für dein Unternehmen bergen, ist abhängig von der Rechnungs- und Kundenstruktur und dem Zahlungsverhalten der Kunden.

Wenn du einzelne Rechnungen ausschließen musst oder willst, dann ist ein Rahmenvertrag nicht die geeignete Factoringform für dein Unternehmen.

Full-Service vs. Einzelleistungen

Beim Full-Service übernimmt der Factor neben der Vorfinanzierung das Ausfallrisiko, das Mahnwesen und das Inkasso.

Dem gegenüber stehen die Einzelleistungen – hier wählst du aus, was du neben der Vorfinanzierung an weiteren Leistungen nutzen möchtest.

All-In-Gebühr vs. Einzelne Gebühren

Bei der All-In Gebühr kalkuliert die Factoring-Gesellschaft ihrer Kosten und macht dir ein Angebot, bei dem alle Leistungen über einen Betrag/Gebühr bezahlt werden (z.B.  1,2 % der Bruttorechnungssumme). Häufig werden All-In-Gebühren mit Rahmenverträgen gekoppelt. Dass bedeutet bei höheren Umsätzen sinkt der Gebührensatz (z.B. 1,5 % p.a. auf die Bruttorechnungssumme bis 500.000 EUR und über 500.000 EUR dann 1,2 % p.a.).

Wenn du Einzelleistungen wählst, dann zahlst du separat u.a.:

  • für die Prüfung des Ankaufs
  • Zinsen für die Zeit vom Ankauf bis zum Zeitpunkt der Zahlung durch deinen Kunden
  • das Delkredererisiko (Versicherung des Ausfallrisikos aus der Rechnung), sofern du das vereinbart hast
  • eine Factoringgebühr, das sind die Grundkosten für den Ankauf und Abwicklung bei der Factoring-Gesellschaft

Um hier zu entscheiden, welche Variante des Factoring für die Vor- oder Nachteile hat, solltest du die Kosten für beide Alternativen gegenüberstellen.

 

Gesamtlimit vs. Ankaufslimit

Beim Gesamtlimit handelt es sich um den Höchstbetrag an Rechnungsbeträgen, die dir der Factor maximal gleichzeitig vorfinanziert.

Beim Ankaufslimit handelt es sich um die maximale Höhe, die der Factor von einem deiner Kunden (einem Debitor) vorfinanziert.

Vollauszahlung vs. Teilauszahlung

Bei Vollauszahlung erhältst du 100% der Rechnung ausgezahlt. Bei Teilauszahlung in der Regel zwischen 80 bis 95% der Rechnungssumme – je nach Factoring-Gesellschaft und Vertragsvereinbarungen. Den Restbetrag zahlt dir der Factor, nachdem dein Kunde (Debitor) die Rechnung vollständig bezahlt hat.

Die Auszahlungen haben jedoch nichts mit der Übernahme des Delkredererisikos zu tun. Übernimmt dein Factor kein Delkredererisiko und dein Kunde zahlt nicht an den Factor, dann musst du den Betrag (selbst bei 100% Auszahlung) wieder an den Factor zurückzahlen.

 

Inkasso von Rechnungen

Mit dem Inkasso ist der Einzug der Rechnungen gemeint, also „jemand“ kümmert sich, dass die Zahlung deiner Rechnung überwacht wird. Wenn dein Kunden nicht zahlt, dann werden Mahnungen und notfalls gerichtliche Schritte (Mahnbescheid, Zahlungsklage) vorgenommen.

Das Wort „Inkasso“ wird bei fast allen Unternehmen negativ bewertet.

Im Zusammenhang mit Factoring kann es aber auch bedeuten, dass eine Factoring-Gesellschaft eine Rechnung nicht vorfinanziert und nur den Zahlungseingang überwacht. Wenn das Geld von deinem Kunden beim Factor eingeht, zahlt er es an dich. Das kommt zum Beispiel vor, wenn das Ankaufslimit überschritten ist und du einen Rahmenvertrag mit dem Factor hast.

Dann reichst du der Factoring-Gesellschaft die Rechnung trotzdem ein. Der Factor übernimmt dann nur das „Inkasso“, also überwacht den Zahlungseingang.

In diesem Fall bedeutet Inkasso nicht automatisch was Negatives. Zahlt dein Kunde seine vorfinanzierte Rechnung nicht an den Factor übernimmt der Factor für dein Unternehmen diese Dienstleistung.

Die Frage, ob das Factoring Vor- oder Nachteile hat, kann in diesem Punkt für die meisten Unternehmen als vorteilhaft beantwortet werden. Denn das Mahnen überfälliger Forderungen kostet oft viel Zeit und ist für viele sehr unangenehm. Sehr häufig wird eine überfällige Rechnung schneller gezahlt, wenn ein externer Dienstleister diese Aufgabe erledigt.

Verität der Rechnung

Diesem Begriff wirst du auch im Zusammenhang mit Factoring häufig begegnen. Mit Verität ist gemeint, ob das der Rechnung zugrundeliegende Geschäft (Verkauf, Dienstleistung) tatsächlich existiert oder ggf. später durch deinen Kunden angefochten werden kann. Dein Kunde teilt dir oder Factoring-Gesellschaft später zum Beispiel mit, dass die Rechnung zu Unrecht gestellt wurde. Gründe hierfür könnten z.B. sein, weil du gar nichts geliefert hattest oder die Rechnungsbedingungen falsch sind oder ähnliche Gründe. Dieses Risiko geht auf die Factoring-Gesellschaft über, wenn sie eine Rechnung von dir ankauft.

 

Für wen ist Factoring sinnvoll?

Um zu entscheiden, ob Factoring für dein Unternehmen eine sinnvolle Finanzierungsvariante sein könnte, solltest du dir zunächst einen Überblick über deine Finanzierungsmöglichkeiten verschaffen.

Factoring ist eine andere Form der Vorfinanzierung von Rechnungen, die ein Zahlungsziel enthalten.

Factoring kann für dich eine sinnvolle Lösung sein, wenn du:

  • keine oder eine unzureichende Kontokorrentlinie hast
  • deinen Kunden aber gleichzeitig Zahlungsziele eingeräumt hast
  • und das Geld zu Sicherstellung deiner Zahlungsfähigkeit schneller benötigst

Sofern du mit deinen Kunden Vorkasse ausgemacht hast, dann brauchst du kein Factoring für diese Kunden. Fragen deine Neukunden verstärkt Zahlungsziele nach oder erwarten diese sogar, dann ist Einzel-Factoring ggf. doch eine Alternative für diese Kundengruppe.

Wenn du einige bonitätsstarke Kunden hast (Mittelständler und/oder Konzerne), dann lohnt sich ggf. sogar ein Rahmenvertrag mit Andienungspflicht.

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Warum?

Konzerne erwarten häufig 60 Tage und mehr Zahlungsziel, es gibt in der Regel kaum Probleme beim Ankauf.

Arbeitest du mit Verbrauchern (B2C) kannst du auch hier gut Factoring als eine Zahlungsvariante integrieren. Hierfür gibt es spezialisierte Factoring-Gesellschaften. In der Praxis bietest du deinen Kunden beim Checkout-Vorgang eine Zahlpause an (z.B. 14 Tage oder bis zu 100 Tagen). Beim Bestellvorgang prüft die Factoring-Gesellschaft die Bonität deines Kunden und wenn die passt, bekommt der Verbraucher seine Lieferung gegen Rechnung und du dein Geld sofort.

Selbst für Handwerker und Bauunternehmen oder auch Unternehmen mit großen Projekten gibt es zwischenzeitlich Factoringangebote.

Aus unserer Sicht lohnt sich daher die Prüfung des Factorings für fast jedes Unternehmen, das nicht von einzelnen Kunden abhängig ist. Abhängigkeiten von einzelnen Kunden sehen Factoring-Gesellschaften als sehr „kritisch“ an.

Ob Factoring Vor- und Nachteile bietet, hängt neben weiteren Faktoren auch sehr stark davon ab, welche Kundengruppen du ansprichst und welche Zahlungsbedingungen du anbietest.

Wann erhalte ich Geld beim Factoring und werden alle Rechnungen vorfinanziert?

Ein klarer Vorteil beim Factoring ist, dass im Idealfall am nächsten Tag nach Einreichung bei der Factoring-Gesellschaft das Geld auf dein Konto ist. Manchmal dauert es auch 2-3 Tage.

Je nach Anbieter und konkreten Vertrag werden 100%, oder auch etwas weniger (zwischen 80% bis 95%) vom Bruttobetrag gezahlt. Kommt es in deinem Vertrag zu Abschlägen bei der Auszahlung, erhältst du den Restbetrag nach Zahlungseingang durch deinen Kunden.

Der Factor prüft vor Ankauf, ob er die Rechnung übernehmen wird. Im Rahmen der Bonitätsprüfung legt der Factor auch fest, bis zu welcher Höhe er Rechnungen deines Kunden ankauft. Wird dieses Limit dann überschritten, finanziert der Factor erst wieder neue Rechnungen dieses Kunden, wenn ältere Rechnungen bezahlt werden.

Um keine Risiken einzugehen am Ende doch nicht sofort Geld für Rechnungen zu erhalten, solltest du im Vorfeld einige Punkte klären. Kläre, ob dein Factor für deine jeweiligen Kunden Rechnungen ankaufen wird und wie hoch das Ankauflimit je Kunde sein wird. Danach solltest du prüfen, ob das Ankaufslimit für deinen Kunden zum geplanten Umsatz mit diesem Kunden passt.

Ein Rahmenvertrag mit einem Factor macht daher unter Umständen keinen Sinn. Das ist dann der Fall, wenn du alle Rechnungen einreichst, jedoch bei einem erheblichen Teil das Ankaufslimit zu niedrig ist und du dein Geld nicht sofort erhältst.

Beachte bitte auch unsere Hinweise zu Punkt 6. Dort erfährst du, was passiert, falls ein Kunde von dir seine Rechnung nicht an den Factor bezahlt.

Was kostet mich das Factoring?

Bei der Frage ob Factoring Vor- und Nachteile hat, ist es neben den Finanzierungsvorteilen auch sehr wichtig, die Kosten im Einzelfall zu prüfen und mit anderen Finanzierungsmöglichkeiten (z.B. Kontokorrentkredit) zu vergleichen. Da es so viele unterschiedliche Varianten gibt, ist aus unserer Sicht nicht möglich, eine allgemeinverbindliche Aussage zu den Kosten des Factorings im Vorfeld zu treffen.

Bei einer Finanzierung kannst du einen Effektivzins berechnen bzw. berechnen lassen, und dann die Finanzierungen miteinander vergleichen. Deutschland gibt es mehr als 150 Factoring-Gesellschaften mit unterschiedlichen Gebührenmodellen. Diese unterscheiden sich selbst bei identischen Leistungen zur Dauer der Vorfinanzierung der Rechnungen, Übernahme des Delkredererisikos und Factoringvolumen je Jahr erheblich.

Aus unseren Erfahrungen mit kleinen und mittleren Unternehmen können wir dir als grobe Richtschnur sagen, dass du bei einem Rahmenvertrag zwischen 0,8 bis 1,5 % auf den Bruttorechnungsbetrag erwarten kannst.

Beim Einzelfactoring musst du mit ca. 1,5 bis 2,5 % Kosten in Höhe der Bruttorechnungssumme rechnen.

Hier hilft es dir, konkrete Anfragen an Factoring-Gesellschaften mit gleichen Leistungen zu stellen. Vergleiche dann die angebotenen Gebühren mit dem geplanten Volumen.

Was passiert, wenn mein Kunde die Rechnung nicht zahlt?

Auch bei dieser Frage kann Factoring Vor- und Nachteile haben.

Bei einem echten Factoring mit vollständiger Übernahme des Delkredererisikos musst du nichts zurückzahlen, falls dein Kunde nicht zahlt. Der Factor wird dann:

  • das Mahnverfahren beginnen
  • dich informieren (dann kannst du auch mit deinem Kunden dazu sprechen)
  • rechtliche Schritte einleiten, wenn dein Kunde weiterhin nicht zahlt
  • keine weiteren Rechnungen zu diesen Kunden mehr von dir ankaufen

Hast du dagegen ein unechtes Factoring mit keiner Übernahme des Delkredererisikos, musst du den erhaltenen Betrag an den Factor zurückzahlen.

Bei teilweiser Übernahme des Delkredererisikos musst du nur etwas zurückzahlen, wenn du mehr als für den Fall eines Zahlungsausfalls vereinbart bzw. versichert war, erhalten hast.

Factoring Vor- und Nachteile – ein kurzer Überblick

Wir haben dir hier hoffentlich einen guten Überblick zum Thema Factoring verschafft. Du weißt nun welche Informationen du benötigst, um zu entscheiden, ob Factoring ein sinnvolles Finanzierungsinstrument für dein Unternehmen sein kann.

Hier nochmal die aus unserer Sicht wichtigsten Vor- und Nachteile beim Factoring.

Vorteile:

  • Erhöhung der Liquidität durch schnelle Vorfinanzierung von Forderungen
  • Erhöhung der Zahlungsoptionen für Kunden und damit Erschließung neuer Kundengruppen (Angebot längerer Zahlungsziele)
  • Abbau von Kundenforderungen, dadurch Verkürzung der Bilanz und Verbesserung der Eigenkapitalquote und somit Verbesserung deines Bonitätsratings
  • Verbesserung der Forderungsausfälle durch Übernahme der Bonitätsprüfung und des Ausfallrisikos durch den Factor

Nachteile

  • teilweise hohe Kosten für Gebühren und Zinsen des Factors
  • Bonität des Debitors schränkt teilweise die Höhe des Ankauflimits ab
  • sofern Factor bei einem bestehenden Rahmenvertrag die Vorfinanzierung einzelner Debitoren ablehnt, kann dies zu Umsatzverlusten führen. Eine Absicherung des einzelnen Auftrages ist infolge einer fehlenden Warenabsicherung kaum zu realisieren

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