Inhaltsverzeichnis
Dein Weg zum eigenen Handwerksbetrieb – auch mit wenig Eigenkapital
Viele Angestellte träumen davon, ein eigenes Unternehmen zu führen – doch oft fehlt das nötige Eigenkapital. Die Finanzierung eines Unternehmenskaufs ist für viele daher die größte Hürde auf dem Weg in die Selbstständigkeit.
Du hast jahrelange Erfahrung im Handwerk, vielleicht leitest du bereits ein Team oder bist als Meister oder Techniker tätig. Dein nächster Karriereschritt ist die Selbstständigkeit – aber ohne hohe Rücklagen scheint der Weg dorthin versperrt.
Banken verlangen hohe Sicherheiten, und Kredite scheinen ohne Eigenkapital kaum erreichbar. Doch die gute Nachricht ist: Es gibt Wege zur Finanzierung deines Unternehmenskaufs, auch wenn du wenig oder gar kein Eigenkapital hast.“
In diesem Artikel zeigen wir dir strategische Wege, wie du einen Unternehmenskauf mit wenig oder gar keinem Eigenkapital erfolgreich finanzieren kannst.
Die größten Herausforderungen bei der Finanzierung eines Unternehmenskaufs
Stell dir vor, du hast die perfekte Firma gefunden. Ein Handwerksbetrieb mit treuem Kundenstamm, erfahrenen Mitarbeitern und stabilen Umsätzen. Der jetzige Inhaber will sich zur Ruhe setzen, und du siehst deine Chance: Endlich dein eigenes Unternehmen führen!
Doch dann kommt das Thema Finanzierung – und plötzlich stehst du vor einer Wand. Die Bank fragt wahrscheinlich nach Eigenkapital, Sicherheiten und einem detaillierten Finanzierungsplan. Dein Erspartes? 20.000 Euro. Dein Haus? Noch nicht abbezahlt. Plötzlich scheint der Traum von der Selbstständigkeit unerreichbar.
Aber keine Sorge: Es gibt Wege, eine Finanzierung auch mit wenig Eigenkapital auf die Beine zu stellen. Bevor wir dazu kommen, schauen wir uns an, welche Herausforderungen dich erwarten und wie du sie meistern kannst.
Warum Banken Eigenkapital fordern – und was das für dich bedeutet
Wenn du zur Bank gehst und einen Kredit für den Unternehmenskauf beantragst, wird dir eine der ersten Fragen gestellt: Wie viel Eigenkapital bringen Sie mit?
Die meisten Banken erwarten, dass du mindestens 20–30 % des Kaufpreises selbst aufbringen kannst. Der Grund? Je mehr eigenes Geld du investierst, desto niedriger ist das Risiko für die Bank. Denn sollte das Unternehmen wider Erwarten nicht so laufen wie geplant, bleibt die Bank nicht auf dem gesamten Verlust sitzen.
Dein Problem:
Du hast Familie, ein Haus abzubezahlen und keine hohen Rücklagen. 50.000 oder 100.000 Euro Eigenkapital aufzutreiben, scheint unmöglich.
Die Folge:
Entweder lehnt die Bank deinen Kredit ab, oder sie verlangt hohe Zinsen und zusätzliche Sicherheiten.
Doch zum Glück gibt es Strategien, wie du auch mit wenig Eigenkapital eine Finanzierung sichern kannst – dazu später mehr.
Die unsichtbaren Kosten: Warum du mehr als nur den Kaufpreis finanzieren musst
Viele Käufer konzentrieren sich nur auf den Kaufpreis – doch das ist ein großer Fehler. Denn die Übernahme eines Unternehmens bringt eine ganze Reihe zusätzlicher Kosten mit sich, die schnell unterschätzt werden:
Notar- und Transaktionskosten:
Jeder Unternehmensverkauf muss notariell beurkundet werden. Dazu kommen Anwalts- und Beratungskosten, die schnell 5.000–15.000 Euro ausmachen können.
Investitionen nach der Übernahme:
Vielleicht brauchst du neue Maschinen, musst in digitale Prozesse investieren oder die Werkstatt modernisieren. Solche Ausgaben können leicht 20.000–50.000 Euro oder mehr betragen.
Betriebsmittel für die ersten Monate:
In den ersten Monaten nach der Übernahme musst du Löhne, Materialkosten und laufende Rechnungen bezahlen – oft noch bevor das Geld von Kunden eintrifft. Ohne ausreichende Liquidität kann es hier schnell eng werden.
Stell dir vor:
Du hast gerade die Firma übernommen, die erste Gehaltszahlung für deine Mitarbeiter steht an – aber dein Konto ist leer, weil du alle Mittel in den Kaufpreis gesteckt hast.
Genau das musst du vermeiden.
Die Gefahr der 100 % Fremdfinanzierung – ein Balanceakt mit Risiken
Manche Käufer denken: „Dann finanziere ich eben alles mit einem Kredit!“ – doch das kann gefährlich sein.
Monatliche Kreditraten können zur Belastung werden:
Selbst wenn dein Unternehmen gut läuft, kann eine hohe Kreditbelastung deine Liquidität stark einschränken.
Banken verlangen hohe Sicherheiten:
Ohne Eigenkapital verlangen Banken oft zusätzliche Sicherheiten – zum Beispiel dein privates Haus. Wenn du Pech hast, steht also nicht nur dein Unternehmen, sondern auch dein Zuhause auf dem Spiel.
Ein wirtschaftlicher Rückschlag kann alles gefährden:
Was passiert, wenn ein großer Kunde abspringt oder eine Wirtschaftskrise kommt? Ohne finanziellen Puffer kann eine 100 % Fremdfinanzierung schnell in die Insolvenz führen.
Was also tun?
Die Lösung liegt in einem klugen Finanzierungsmix – und genau den schauen wir uns im nächsten Abschnitt an.
Unternehmensbewertung als Grundlage für die Finanzierung
Der Handwerksbetrieb, den du kaufen möchtest, scheint perfekt: Die Kunden sind zufrieden, die Mitarbeiter eingespielt, und die Auftragslage ist stabil. Der Verkäufer nennt dir einen Preis – 500.000 Euro. Doch ist dieser Preis gerechtfertigt? Und noch wichtiger: Wie überzeugst du die Bank, dir dafür einen Kredit zu geben?
Die Antwort liegt in einer fundierten Unternehmensbewertung. Banken finanzieren nur Unternehmen, deren Wert objektiv ermittelt wurde. Doch genau hier liegt oft eine Herausforderung: Verkäufer neigen dazu, ihr Unternehmen emotional höher zu bewerten, während Banken und Käufer auf wirtschaftliche Kennzahlen setzen.
Wie wird der Unternehmenswert berechnet?
Es gibt verschiedene Bewertungsmethoden, die je nach Unternehmensgröße und Branche unterschiedlich geeignet sind:
Ertragswertverfahren:
Diese Methode bewertet das Unternehmen basierend auf den zu erwartenden zukünftigen Gewinnen. Sie folgt dem anerkannten IDW S1-Standard in Deutschland und ähnlichen Standards in Österreich.
Multiples-Verfahren:
Hier wird der Unternehmenswert anhand vergleichbarer Verkäufe in der Branche berechnet.
AWH-Verfahren:
Speziell für Handwerksbetriebe gibt es das AWH-Verfahren, das branchenspezifische Kennzahlen berücksichtigt.
Da jede Branche unterschiedlich bewertet wird, ist es wichtig, eine professionelle Unternehmensbewertung durchführen zu lassen, um einen realistischen Kaufpreis zu bestimmen.
Verborgene Risiken: Worauf du unbedingt achten musst
Nicht jede Firma ist so gesund, wie sie auf den ersten Blick erscheint. Prüfe deshalb genau:
Schulden und Kredite:
Gibt es bestehende Verbindlichkeiten, die du übernimmst?
Pensionsverpflichtungen:
Gibt es Zahlungsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitarbeitern?
Rechtsstreitigkeiten:
Sind laufende oder drohende Prozesse bekannt?
Kunden- und Lieferantenstruktur:
Ist das Unternehmen von wenigen Großkunden oder Lieferanten abhängig?
Eine professionelle Bewertung schafft Transparenz für Käufer, Verkäufer und Banken. Sie sorgt dafür, dass du einen fairen Preis zahlst und deine Finanzierung auf einer realistischen Grundlage basiert.
Hilfsmittel für die Bewertung – So machst du es richtig
Nutze professionelle Unterstützung, um eine fundierte Bewertung zu erhalten:
✔ Steuerberater mit Erfahrung in Unternehmensbewertungen
✔ Unternehmensberater mit Fokus auf Nachfolgen
✔ Banken, die auf Firmenübernahmen spezialisiert sind
Fazit: Ohne realistische Bewertung keine Finanzierung
Die Bank will sehen, dass das Unternehmen wirtschaftlich stabil ist und du deine Kredite zurückzahlen kannst. Deshalb ist eine sorgfältige Unternehmensbewertung essenziell, bevor du in die Finanzierungsgespräche gehst.
Finanzierungsmöglichkeiten für den Unternehmenskauf ohne Eigenkapital
Die Bewertung steht, der Kaufpreis ist realistisch – doch wie bekommst du das Geld zusammen?
Dein Eigenkapital reicht nicht aus, und die Bank verlangt Sicherheiten, die du nicht hast.
Bedeutet das das Aus für deinen Traum von der Selbstständigkeit?
Nein.
Es gibt mehrere Wege, ein Unternehmen zu finanzieren, auch wenn du wenig oder gar kein Eigenkapital mitbringst.
Verkäuferdarlehen – Wenn der Inhaber selbst zum Kreditgeber wird
Nicht jeder Verkäufer will den vollen Kaufpreis sofort. Viele sind bereit, einen Teil des Kaufpreises zu stunden – das heißt, du zahlst ihn in Raten über mehrere Jahre zurück.
Das nennt sich Verkäuferdarlehen.
Vorteil:
Verkäuferdarlehen sind oft nachrangig, was bedeutet, dass Banken sie als eine Art Eigenkapitalersatz werten. Dadurch verbessert sich deine Bonität, und die Chance steigt, dass Banken dir den restlichen Kredit gewähren.
Beispiel:
Du kaufst einen Handwerksbetrieb für 500.000 Euro. Der Verkäufer ist bereit, 200.000 Euro als Verkäuferdarlehen über fünf Jahre zu stunden. Damit musst du nur noch 300.000 Euro über Banken oder andere Quellen finanzieren.
Bürgschaftsbanken – Kredite trotz fehlender Sicherheiten bekommen
Ohne Sicherheiten ist es schwer, einen Kredit zu bekommen. Doch hier kommen Bürgschaftsbanken der Länder ins Spiel. Sie übernehmen einen Teil des Risikos (bis zu 80 %) und erleichtern die Finanzierung eines Unternehmenskaufs, indem sie Kredite absichern.
Vorteil:
Mit einer Bürgschaft steigt die Chance, dass eine Bank dir den Kredit gewährt – auch ohne Eigenkapital.
Anforderung:
Die Bürgschaftsbank prüft die Übernahme der Bürgschaft ebenso gründlich wie die Hausbank den Finanzierungsantrag. Sie verlangt ein schlüssiges Konzept bzw. einen überzeugenden Businessplan sowie belastbare Planungsunterlagen.
Link zur Seite der Bürgschaftsbanken
KfW-Förderkredite – Staatliche Unterstützung für Übernahmen
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet spezielle Kredite für Unternehmensnachfolger an. Diese sind oft günstiger als normale Bankdarlehen und haben vorteilhafte Bedingungen:
✔ Geringere Zinsen als klassische Bankkredite
✔ Lange Laufzeiten und oft eine tilgungsfreie Anfangsphase
✔ Teilweise Haftungsfreistellung, damit deine Bank weniger Risiko trägt
Beispiel: Mit dem ERP-Kapital für Gründung kannst du bis zu 500.000 Euro als Nachrangdarlehen erhalten. Es wird wie Eigenkapital gewertet und erfordert keine Sicherheiten – allerdings ist eine persönliche Haftung erforderlich.
Vorrausetzung:
Der Förderkredit muss über die Hausbank beantragt werden, da sie das Hauptausfallrisiko trägt. Deshalb muss zuerst die Hausbank überzeugt werden, bevor der Antrag gestellt werden kann. Die KfW-Seite stellt den Prozess etwas missverständlich dar, indem sie suggeriert, dass die Bank nur beim Antrag hilft und die KfW die Prüfung übernimmt.
Investoren & Beteiligungskapital – Kapital ohne Bankkredit
Wenn Banken ablehnen, könnten Investoren eine Lösung sein. Business Angels oder Beteiligungsgesellschaften investieren in dein Unternehmen – entweder als Darlehen oder als Eigenkapital.
Vorteil:
Neben Kapital bekommst du oft auch wertvolle Kontakte und Know-how.
Möglichkeit:
Durch eine stille Beteiligung können Investoren Kapital bereitstellen, ohne ins Tagesgeschäft einzugreifen.
Crowdfunding – Viele kleine Investoren als Finanzierungsquelle
Beim Crowdfunding bringen viele kleinere Investoren Kapital auf, um dein Unternehmen zu finanzieren. Diese Methode wird vor allem für innovative Projekte genutzt.
Beispiel:
Du brauchst 100.000 Euro und gewinnst zehn Investoren, die jeweils 10.000 Euro beisteuern. Sie erhalten dafür eine feste Verzinsung oder eine Gewinnbeteiligung.
FinTech-Kredite – Digitale Alternative zur Hausbank
Digitale Kreditplattformen und FinTech-Banken bieten oft flexiblere Finanzierungen als klassische Banken. Die Zinsen können höher sein, dafür sind die Anforderungen an Sicherheiten oft niedriger.
Welche Finanzierung ist die beste?
Die Antwort lautet: Ein kluger Mix! Die besten Chancen hast du, wenn du verschiedene Finanzierungsquellen kombinierst – zum Beispiel ein Verkäuferdarlehen mit einem KfW-Kredit und einer Bürgschaft.
Wie du Banken trotz wenig Eigenkapital überzeugst
Der Finanzierungsplan steht, aber nun kommt die nächste große Hürde: Die Bank muss überzeugt werden. Ohne ausreichend Eigenkapital ist das gar nicht so einfach, denn Banken prüfen genau, ob sich das Risiko für sie lohnt. Doch es gibt klare Stellschrauben, mit denen du deine Chancen auf eine Kreditzusage erheblich verbessern kannst.
Ein überzeugender Businessplan – Deine Eintrittskarte zum Bankkredit
Banken vergeben Kredite nicht nur auf Basis deiner Sicherheiten, sondern auch auf Grundlage deiner Zukunftsstrategie. Das wichtigste Dokument dafür ist dein Businessplan. Er muss zeigen, dass dein Unternehmen langfristig erfolgreich wirtschaften kann.
Wichtige Inhalte deines Businessplans:
✔ Umsatzprognosen: Wie viel wird das Unternehmen in den nächsten Jahren voraussichtlich erwirtschaften?
✔ Rentabilitätsberechnung: Wie hoch sind die Kosten, und wie viel Gewinn bleibt übrig?
✔ Liquiditätsplanung: Wie stellst du sicher, dass du jederzeit zahlungsfähig bleibst?
✔ Markt- und Wettbewerbsanalyse: Welche Chancen und Risiken gibt es in deiner Branche?
✔ Deine Qualifikation: Warum bist genau du die richtige Person, um dieses Unternehmen erfolgreich weiterzuführen?
Ein detaillierter Businessplan zeigt der Bank, dass du dein Vorhaben durchdacht hast und realistisch planst.
Sicherheiten geschickt nutzen – Auch ohne Eigenkapital möglich
Auch wenn du wenig Eigenkapital hast, kannst du der Bank Sicherheiten bieten. Dazu gehören:
Vermögenswerte des Unternehmens:
Maschinen, Fahrzeuge oder Immobilien können als Sicherheiten dienen.
Zukünftige Einnahmen:
Banken akzeptieren oft auch Forderungen aus laufenden Kundenverträgen als Sicherheit.
Bürgschaften:
Eine Bürgschaftsbank oder private Bürgen (z. B. Geschäftspartner oder Familie) können das Risiko für die Bank reduzieren.
Der richtige Finanzierungsmix – Risiken minimieren
Banken vergeben ungern Kredite, wenn die gesamte Finanzierung auf einer einzigen Quelle basiert. Ein ausgewogener Finanzierungsmix erhöht deine Erfolgschancen. Das bedeutet:
✔ Eigenkapitalanteil optimieren: Falls vorhanden, kann selbst ein kleiner Betrag an Eigenkapital die Kreditkonditionen verbessern.
✔ Fördermittel einbinden: KfW-Darlehen oder Bürgschaften können den Kredit erleichtern.
✔ Verkäuferdarlehen nutzen: Banken sehen es positiv, wenn der Verkäufer weiterhin finanziell beteiligt bleibt.
Das Bankgespräch – So trittst du professionell auf
Ein gut vorbereitetes Bankgespräch kann den entscheidenden Unterschied für die Finanzierung eines Unternehmenskaufs machen. Die Bank wird dir viele Fragen stellen, darunter:
Wie wurde der Kaufpreis ermittelt?
Hast du eine fundierte Unternehmensbewertung?
Wie sicher sind die Umsätze?
Gibt es langfristige Kundenverträge oder stabile Einnahmequellen?
Welche Sicherheiten kannst du bieten?
Welche Bürgschaften oder Vermögenswerte stehen zur Verfügung?
Ein selbstbewusstes und gut vorbereitetes Auftreten zeigt der Bank, dass du ein durchdachtes Konzept hast. Banken finanzieren keine Ideen – sie finanzieren gut geplante Unternehmen.
Fazit: Vorbereitung ist alles
Wenn du wenig Eigenkapital hast, ist es umso wichtiger, die Bank mit einem überzeugenden Konzept zu gewinnen. Ein detaillierter Businessplan, klug genutzte Sicherheiten und ein ausgewogener Finanzierungsmix können die entscheidenden Hebel sein, um die Bank von deiner Finanzierung zu überzeugen.
Die richtige Strategie: Der optimale Finanzierungsmix
Die Bank ist grundsätzlich bereit, dich zu finanzieren – doch nun geht es darum, die richtige Finanzierungsstruktur zu finden.
Eine 100 % Fremdfinanzierung klingt verlockend, kann aber riskant sein. Denn hohe Kreditverpflichtungen können schnell zur Belastung werden, besonders wenn die wirtschaftliche Lage schwankt.
Ein durchdachter Finanzierungsmix reduziert dieses Risiko und erhöht deine Chancen auf eine erfolgreiche Übernahme.
Warum 100 % Fremdkapital riskant ist
Komplett auf Fremdkapital zu setzen, kann problematisch sein, weil:
Hohe monatliche Belastungen entstehen:
Kreditraten müssen unabhängig von der Auftragslage gezahlt werden.
Die Bank zusätzliche Sicherheiten verlangt:
Ohne Eigenkapital steigt das Risiko für die Bank – was zu höheren Zinssätzen oder strengeren Kreditbedingungen führen kann.
Wirtschaftliche Schwankungen gefährlich werden:
Falls die Einnahmen kurzfristig einbrechen, fehlt dir ein finanzieller Puffer.
Ein ausgewogener Finanzierungsmix als Erfolgsrezept
Die beste Strategie besteht oft darin, verschiedene Finanzierungsquellen zu kombinieren. Hier sind einige bewährte Ansätze:
✔ Eigenkapital (sofern möglich):
Selbst kleine Eigenkapitalbeträge können die Kreditkonditionen verbessern.
✔ Verkäuferdarlehen:
Senkt den sofort benötigten Fremdkapitalanteil und stärkt deine Verhandlungsposition bei der Bank.
✔ KfW-Förderkredite:
Staatlich geförderte Darlehen mit langen Laufzeiten und oft günstigeren Zinssätzen.
✔ Bürgschaftsbanken:
Falls du keine ausreichenden Sicherheiten hast, kann eine Bürgschaft helfen, die Bank von der Finanzierung zu überzeugen.
✔ Stille Beteiligungen:
Investoren können Kapital einbringen, ohne aktiv in das Geschäftsgeschehen einzugreifen.
Fließende Unternehmensübergabe – Ein cleverer Schachzug für die Finanzierung
Eine weitere Möglichkeit, die Finanzierung zu erleichtern, ist eine schrittweise Übernahme des Unternehmens.
Das bedeutet, dass der bisherige Inhaber für eine gewisse Zeit beteiligt bleibt, während du nach und nach mehr Anteile übernimmst.
Vorteil:
- Die Bank sieht eine geringere finanzielle Belastung für dich, da du nicht sofort den gesamten Kaufpreis finanzieren musst.
- Der Übergang läuft reibungsloser, weil der Verkäufer seine Erfahrung noch einbringt.
- Kunden und Mitarbeiter gewöhnen sich an den Wechsel, was die Stabilität des Unternehmens sichert.
Fazit: Die Mischung macht’s
Eine 100 % Fremdfinanzierung ist selten der beste Weg. Durch die Kombination verschiedener Finanzierungsinstrumente kannst du dein Risiko minimieren und deine Erfolgschancen steigern.
Die häufigsten Fehler bei der Finanzierung – und wie du sie vermeidest
Die Finanzierung eines Unternehmenskaufs ist komplex – und Fehler können schnell teuer werden. Viele Käufer unterschätzen Kosten, planen zu optimistisch oder gehen unvorbereitet in Bankgespräche. Damit dir das nicht passiert, schauen wir uns die häufigsten Stolperfallen an und wie du sie umgehst.
1. Unterschätzte Nebenkosten – Das böse Erwachen nach der Übernahme
Viele Käufer konzentrieren sich nur auf den Kaufpreis des Unternehmens und vergessen, dass eine Übernahme oft mit zusätzlichen Ausgaben verbunden ist. Dazu gehören:
Notar- und Transaktionskosten
(z. B. für Verträge, Rechtsberatung, Steuerberater)
Investitionen nach der Übernahme
(z. B. neue Maschinen, Modernisierung der IT)
Betriebsmittel für die ersten Monate
(z. B. Löhne, Materialkosten, Miete)
Tipp: Stelle vorab eine detaillierte Kostenplanung auf und berücksichtige auch Reserven für unvorhergesehene Ausgaben.
2. Zu optimistische Gewinnerwartungen – Die Realität sieht oft anders aus
Viele Käufer überschätzen die Rentabilität des Unternehmens oder unterschätzen die Zeit, die es braucht, um die ersten Gewinne zu erwirtschaften.
Tipp:
Arbeite mit realistischen Zahlen. Prüfe die Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre und berechne, wie sich Umsatz und Gewinn in verschiedenen Szenarien entwickeln könnten.
3. Schlechte Vorbereitung auf das Bankgespräch – Kredit abgelehnt!
Ein häufiger Fehler: Käufer treten unvorbereitet ins Bankgespräch und können keine klaren Antworten auf Fragen zur Unternehmensbewertung, Finanzierung oder Zukunftsstrategie geben.
Tipp:
Bereite einen professionellen Businessplan vor. Dazu gehören:
✔ Detaillierte Finanzplanung (Liquiditätsplan, Rentabilitätsvorschau)
✔ Markt- und Wettbewerbsanalyse
✔ Deine persönliche Qualifikation als Geschäftsführer
4. Keine professionelle Kaufpreisermittlung – Zu viel bezahlt?
Manche Verkäufer setzen den Preis ihres Unternehmens zu hoch an – oft aus emotionalen Gründen. Käufer, die keine professionelle Bewertung durchführen, laufen Gefahr, zu viel zu zahlen.
Tipp:
Nutze Bewertungsmethoden wie das Ertragswertverfahren oder das Multiples-Verfahren, um eine realistische Einschätzung des Unternehmenswerts zu erhalten.
Fazit: Gute Planung schützt vor teuren Fehlern
Viele Stolperfallen lassen sich vermeiden, wenn du gut vorbereitet bist. Eine realistische Finanzplanung, eine solide Unternehmensbewertung und eine strategische Kreditverhandlung sind die Schlüssel zum Erfolg.
Fazit & nächste Schritte – So setzt du deinen Unternehmenskauf in die Tat um!
Du hast jetzt einen klaren Überblick darüber, wie du einen Unternehmenskauf mit wenig oder keinem Eigenkapital finanzieren kannst. Doch Wissen allein reicht nicht – jetzt geht es darum, konkrete Schritte zu unternehmen, um deine Übernahme erfolgreich umzusetzen.
Die Checkliste für deine Finanzierungsvorbereitung
Kapitalbedarf realistisch ermitteln
Berücksichtige nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Nebenkosten, Investitionen und Betriebsmittel für die ersten Monate.
Unternehmensbewertung durchführen
Nutze professionelle Methoden wie das Ertragswertverfahren oder das Multiples-Verfahren, um den realistischen Wert des Unternehmens zu bestimmen.
Finanzierungsoptionen prüfen
Kombiniere verschiedene Finanzierungsquellen: Bankkredite, KfW-Fördermittel, Verkäuferdarlehen oder Investorenbeteiligungen.
Businessplan & Finanzierungsstrategie erstellen
Erarbeite eine überzeugende Finanzplanung, Liquiditätsvorschau und Marktanalyse – das ist entscheidend für die Bank.
Bankgespräch vorbereiten
Sammle alle wichtigen Unterlagen, plane realistische Rückzahlungsraten und überzeuge mit einem durchdachten Konzept.
Übergabe strategisch planen
Wenn möglich, vereinbare mit dem bisherigen Inhaber eine fließende Übergabe, um Risiken zu minimieren.
Nächster Schritt: Hol dir eine individuelle Beratung!
Jede Unternehmensübernahme ist einzigartig – und eine gute Vorbereitung ist entscheidend für die Finanzierung eines Unternehmenskaufs.
Die Finanzierung ist nur ein Teil des Erfolgs. Von der Planung bis zur finalen Übernahme – wir helfen dir, alle Hürden zu meistern.
Schreib uns, ruf an oder buche direkt ein kostenloses Strategiegespräch.
Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen und gemeinsam an deinem Weg in die Selbstständigkeit zu arbeiten!